Lehre und Asyl

Uhrwerk Wirtschaft

Gesamtstrategie für qualifizierte Zuwanderung gefordert


Seit 2012 ist die Lehrlingsausbildung für Asylwerber bis 25 Jahren in Mangelberufen erlaubt. Laut Angaben der Regierung befinden sich derzeit knapp 1.000 Asylwerber in Lehre, die zumeist als Koch/Köchin, Restaurantfachmann/-frau, Gastronomiefachmann/-frau, Elektrotechniker/in oder Einzelhandelskaufmann/-frau arbeiten. 8.600 anerkannte Flüchtlinge unter 25 sind derzeit auf Jobsuche, davon 1.300 auf Lehrstellensuche.
Die Bekämpfung des Fachkräftemangels kann jedoch nicht über das geltende Asylrecht erfolgen. Das Asylrecht ist jenen vorbehalten, die Schutz vor Verfolgung brauchen. Dieses darf nicht mit dem Fremdenrecht vermischt werden, das klare Rahmenbedingungen für Lehrlinge schaffen kann.
Über die Rot-Weiß-Rot-Card kommen Fachkräfte aus Drittstaaten nach Österreich. Nun soll im Rahmen der Rot-Weiß-Rot-Card auch ein Niederlassungstitel für Lehrlinge in Mangelberufen geschaffen werden, um so den Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Dieser ist eine der größten Herausforderungen für unsere Betriebe. Wir brauchen daher eine Gesamtstrategie für die qualifizierte Zuwanderung mit einem sicheren rechtlichen Rahmen.
Der Wirtschaftsbund fordert auf der Basis des Regierungsprogramms:
Gesamtstrategie für qualifizierte Zuwanderung als Grundvoraussetzung: Jedenfalls braucht es eine Gesamtlösung über alle Branchen hinweg, um den Fachkräftemangel zu beheben.
Schaffung eines Niederlassungstitels zur Absolvierung einer Lehrausbildung in Österreich: Damit sollen Jugendliche aus Drittstaaten die Möglichkeit haben, in Österreich eine Lehre zu absolvieren. Jene Asylwerber, die bereits eine Lehre begonnen haben, sollen diese auch fertigmachen dürfen, beispielsweise über das humanitäre Bleiberecht.
Zudem Neuausrichtung der Rot-Weiß-Rot-Card an den Bedürfnissen der heimischen Wirtschaft: Dabei muss eine stärkere regionale Berücksichtigung bei der Mangelberufsliste erfolgen, sowie eine Attraktivierung der Punktesysteme. Zudem soll auch der Vollzug einfacher und schneller werden, z.B. durch eine digitale Verfahrensabwicklung.