Park & Ride: 4 verlorene Jahre für Graz

“Bereits 2021 gab es ein fix fertiges Projekt für den Ausbau der Park-and-Ride-Infrastruktur am Standort Murpark, das von Vizebürgermeisterin Schwentner zunächst abgesagt und erst nach massivem Druck der ÖVP wieder aufgenommen wurde. Dass nun dasselbe Vorhaben als neues Projekt verkauft wird, zeigt: Es wurden vier wertvolle Jahre verloren, in denen Pendlerinnen und Pendler eine echte Entlastung gebraucht hätten“, kritisiert ÖVP-Stadtparteigeschäftsführer Markus Huber.
Die aktuelle Studie des Landes Steiermark zu Park+Ride (P+R) und Bike+Ride (B+R) bestätigt, was die Grazer Volkspartei seit Jahren fordert: Der Verkehr nach Graz kann nur dann nachhaltig entlastet werden, wenn es mehr Stellplätze an den Einfahrtskorridoren und gleichzeitig einen massiven Ausbau des öffentlichen Verkehrs gibt.
“Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im Großraum Graz fehlen über 3.000 Stellplätze für Park+Ride und Bike+Ride, um das volle Potenzial auszuschöpfen. Selbst dann steigt der Anteil der Öffi-Nutzer aber nur auf 20 Prozent, das Ziel von 25 Prozent bleibt unerreichbar, solange nicht in schnellere S-Bahnen, dichtere Busverbindungen und in Projekte wie den S-Bahn-Tunnel investiert wird“, so Markus Huber.

Nur Ankündigungen, keine Strategie für Graz
Während die vom Land verantworteten Projekte mit konkreten Zeitplänen hinterlegt sind, bleiben die Vorhaben innerhalb von Graz vage. “Einmal mehr fehlen klare Strategien und Umsetzungsfristen. Was bleibt, sind Ankündigungen ohne Verbindlichkeit und die Hoffnung, dass irgendjemand anders die Projekte zu einem späteren Zeitpunkt realisiert“, so Markus Huber.

Die Grazer Volkspartei verweist darauf, dass die reine Errichtung von Stellplätzen nicht reicht. Entscheidend ist die gute Vernetzung von P&R-Anlagen mit einem leistungsfähigen öffentlichen Verkehr. “Gerade im Süden von Graz wäre etwa eine Anbindung des Verkehrsknotens Webling an die Straßenbahnlinie 5 dringend notwendig. Solche Initiativen wurden aber bis heute von der Kahr - Schwentner Koalition abgelehnt“, so Markus Huber weiter.

Die Grazer Volkspartei fordert eine sofortige Umsetzung bestehender Projekte mit klaren Zeitplänen, eine echte Gesamtstrategie für Graz sowie die Verknüpfung aller neuen Park-and-Ride-Standorte mit einem attraktiven öffentlichen Verkehrsangebot. “Wenn Graz die Verkehrswende wirklich schaffen möchte, dann nicht durch ideologische Experimente, sondern durch ein starkes Zusammenspiel von Park+Ride, Bike+Ride und einem leistungsfähigen öffentlichen Verkehr. Alles andere wäre unseriös. Die Menschen brauchen Lösungen, nicht Studien. Jeder weitere verlorene Tag verschärft das Problem im Grazer Verkehr“, so Huber abschließend.