Eröffnung der neuen Neutorlinie

Richtige Maßnahme, aber Umsetzung voller Fehler
Mit der heutigen Erstfahrt auf der neuen Neutorlinie geht ein wichtiges Infrastrukturprojekt für Graz in Betrieb. Für die Volkspartei ist klar: Die Entflechtung des Straßenbahnnetzes ist eine sinnvolle und notwendige Maßnahme, die die Volkspartei nicht nur immer unterstützt, sondern in der vergangenen Gemeinderatsperiode auch selbst federführend auf Schiene gebracht hat.
“Die Grundentscheidung war richtig“, betont VP-Obmann Stadtrat Kurt Hohensinner, “nur das, was danach kam, war eine einzige Aneinanderreihung von Fehlern und politischem Scheitern.“
VP-Geschäftsführer Markus Huber erinnert daran, dass die Bauzeit mit insgesamt drei Jahren viel zu lang war: “Das Opernhaus wurde in eineinhalb Jahren errichtet. Niemand versteht, warum die Neutorgasse doppelt so lange gebraucht hat.“ Er kritisiert außerdem, dass es über Jahre hinweg keine klaren Antworten gegeben hat, welche Durchfahrtsmöglichkeiten für den Pkw-Verkehr, welche Sperren etc. am Ende der Baustelle stehen werden. Die Betroffenen vor Ort mussten mit massiven Unsicherheiten leben, die möglichen Verkehrsführungen wurden ständig geändert, oft widersprüchlich kommuniziert und waren bis zum Schluss unklar. “Kein Wunder, dass es heute Fehlplanungen gibt: Von der schlechten Ampelschaltung über einen völlig verplanten Radweg bis hin zur mangelhaften Fußgängersicherheit“, so Markus Huber.
Besonders enttäuschend ist aus Sicht von Wirtschaftsstadtrat Kurt Hohensinner der Umgang mit den Unternehmern vor Ort gewesen: “Ich war mit vielen der Betroffenen laufend in Kontakt. Die Baustellenkommunikation war völlig unzureichend. Betriebe wurden im Dunkeln gelassen, wussten nicht einmal, ob sie nach dem Umbau noch einen Gastgarten haben werden. Zugänge wurden ohne Vorinformation abgerissen, mobile WCs vor Eingänge gestellt. So geht man nicht mit jenen um, die tagtäglich für die Attraktivität unserer Innenstadt arbeiten.“

Ausweitung der Altstadtbim und Neugestaltung des Andreas-Hofer-Platzes gefordert
Kurt Hohensinner will außerdem den Blick in die Zukunft richten und fordert aus den massiven Fehlern dieser Baustelle endlich zu lernen. “Es braucht massive Verbesserungen in der Baustellenplanung, -koordination und -kommunikation. Doch der Blick nach Mariatrost beweist, dass die Kahr-Schwentner-Koalition hier überhaupt nichts gelernt hat. Die Fehler wiederholen sich leider.“ Der VP-Obmann sieht außerdem noch viel ungenutztes Potenzial. Kurt Hohensinner spricht sich etwa für eine Ausweitung der Altstadtbim bis zur Station “Bad zur Sonne/Stadtbibliothek“ aus. Das wäre das logische Pendant zum Südtirolerplatz auf der bisherigen Strecke und außerdem auch ein wichtiges Zeichen für die vielen Geschäfte vor Ort. Noch sinnvoller wäre aus seiner Sicht sogar eine Verlängerung bis zur Haltestelle Roseggerhaus, um auch die erste gemeinsame Station in der Annenstraße anzubinden.
Unverständlich bleibt für Kurt Hohensinner auch, dass Kahr und Schwentner die dreijährige Bauzeit nicht genutzt haben, um über eine neue Platzgestaltung am Andreas-Hofer-Platz nachzudenken. Er erneuert daher seine Forderung nach einer hochwertigen, modernen Hochgarage als multifunktionale Mobilitätsdrehscheibe mit Auto- und Fahrradgaragen, Carsharing, optionalen Gastro- und Kulturflächen sowie vorausschauender Umnutzungsfähigkeit einzelner Ebenen.
Die Volkspartei zieht eine klare Bilanz: Die neue Neutorlinie ist eine richtige und wichtige Investition in das Straßenbahnnetz. Doch die Umsetzung zeigt klar, dass es dieser Koalition an Plan, Bürger-Einbindung und Professionalität fehlt. “Graz muss endlich wieder lernen, große Projekte sauber zu planen und Chancen konsequent zu nutzen. Politik muss dafür da sein, dass es den Menschen besser geht und nicht dauernd neue Probleme schaffen“, betont Kurt Hohensinner.